Der Morgen
Wunder schön
ist der Morgen,
still, weit, kühl und voller Worte,
die noch nicht gesprochen sind
voller Stimmen, die bald singen werden,
voller Erfahrungen, die wie Engelsflügel
meine Haut zum Leben auferwecken.
Wunder schön
ist der Morgen,
sanft der Horizont,
ein junges Licht
und Farben zart and prächtig,
ein Versprechen
auf die Wunder
die noch nicht geschehen sind,
und doch sind sie schon da,
in Form und in Funktion,
beschrieben und bedacht,
geliebt und so erwartet,
und doch braucht keine Ungeduld
uns diese sanften Traumminuten
zu entfernen -
es schon da,
es ist schon hier,
es braucht nur noch ein paar Momente
um sich vollig zu entfalten,
um sich von der einen Ebene auf die andere
zu entwickeln und perfekt und frisch,
ganz neu und strahlend
in den Tag zu singen.
Und wie ein Samenkorn
den grössten Baum und Traum enthält,
die Jahre und die Tage
schlummern hier in meiner Hand,
so ist es keine Frage,
keine Macht und auch nicht Arbeit
einfach meine Hand zu öffnen
und den Wind der Welt nun einzuladen,
diesen Samen zu verteilen,
ihn zu säen und zu sehen,
wie er leicht und freudig von uns geht
und hier im Morgenland
den eigenen Raum zu leben findet,
sanft und lieb geht er zur Erde
und er kuschelt sich mit einem Lächeln an,
dort seine Zukunft zu beginnen,
und sie ist schon hier,
in Baum und Traum,
und fließt mit solcher Eleganz und Liebe,
das wir verstehn,
was Gottes Liebe wirklich ist.
Wunder schön ist der Morgen,
so geliebt, so heilig
und die Welt der Engel
und der Seelen
wie ein Wolkenmeer.
© Silvia Hartmann 2003
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